Blog EUROPP - Großbritannien | Montag, 1. Oktober 2012
Benjamin Hawkins über die Euro-Skepsis britischer Medien
Die Euro-Skepsis vieler Briten ist nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Benjamin Hawkins der konservativen Presse geschuldet. Auf dem Blog EUROPP der London School of Economics erklärt er, mit welchen vorgefertigten Denkmustern die Zeitungen die öffentliche Meinung lenken: "Die wohl deutlichsten Euro-skeptischer Äußerungen sind in den britischen Printmedien zu finden, vor allem in der rechtsgerichteten Presse. Das ist besonders wichtig, wenn man bedenkt, dass Medien die Hauptinformationsquelle der Bürger zu EU-Themen sind und dass es erheblichen Grund zu der Annahme gibt, dass Medien die öffentliche Meinung über die EU in eine bestimmte Richtung lenken. ... Im euroskeptischen Diskurs gibt es zwei dominante Denkmuster: … Das erste beschreibt die EU nicht als internationale Organisation, in der Großbritannien Mitglied ist, sondern als staatsähnliche Einheit, mit der Großbritannien von außen bilaterale Beziehungen pflegt. Die EU wird dabei als feindliche, quasi-imperiale Macht gesehen, die eine existenzielle Bedrohung für Großbritannein darstellt. In der zweiten Version wird die EU als Forum des Feilschens dargestellt, in dem die Interessen Großbritanniens denen anderer Mitglieder gegenüberstehen - vor allem Frankreich, Deutschland und einer Koalition wechselnder Verbündeter."
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