De Volkskrant - Niederlande | Montag, 8. Oktober 2012
Handel mit Nordkorea birgt Chancen
Die Niederlande wollen erstmals eine Handelsmission nach Nordkorea schicken. Das kann zwar das Regime in Pjöngjang zusätzlich legitimieren, meint die linksliberale Tageszeitung De Volkskrant, doch "es gibt auch Argumente für eine Intensivierung des Handels mit dem isolierten Land. Denn es sieht so aus, als ob Kim Jong-un auf eine Liberalisierung nach chinesischem Vorbild zusteuert: ökonomische Reformen ja, aber ohne eine Aufgabe des Machtmonopols der kommunistischen Partei - sprich: von Kim Jong-un. ... Die Erfahrung mit der Sowjetunion hat gezeigt, dass das Knüpfen von Kontakten oft eine andere Wirkung hat, als die Führer von Diktaturen erwarten. Sie hoffen, durch steigende Einnahmen ihre Macht zu festigen, aber oft ist das Gegenteil der Fall. Je mehr Kontakte es gibt, desto größer ist die Chance, dass die Nordkoreaner sehen, dass es eine Welt gibt, in der man den Diktator, der sie an den Bettelstab gebracht hat, nicht als 'Großen Führer' verehren muss."
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