Libération - Frankreich | Dienstag, 9. Oktober 2012
Antisemitismus in Frankreich hart bekämpfen
Bei einem landesweiten Großeinsatz der französischen Polizei gegen mutmaßliche islamische Extremisten ist am Wochenende ein Mensch getötet worden, elf weitere wurden festgenommen. Grund für die Razzien war ein Anschlag auf ein jüdisches Geschäft im September. Frankreich muss mit aller Härte gegen Antisemitismus vorgehen, fordert die linksliberale Tageszeitung Libération: "Juden wurden 2012 in Frankreich angegriffen, weil sie Juden sind. Koschere Geschäfte, religiöse Stätten und Schulen wie jene in Toulouse wurden gezielt angegriffen. Laut der Polizei hatte die Gruppe, die dieses Wochenende gefasst wurde, eine Liste von Orten erstellt, die für Juden von Bedeutung sind. ... Es ist die verlorene Jugend aus den unterprivilegiertesten Gegenden der Republik, für die der Jude der Feind ist. Der Präsident und seine Regierung haben Recht, wenn sie scharf gegen diese Verbrechen vorgehen. In Frankreich darf es keine Entschuldigung, keine Rechtfertigung und keine Nachgiebigkeit gegenüber Rassismus und Antisemitismus geben. Das Land muss erbittert gegen dieses absolute Böse ankämpfen und es auslöschen - an allen Orten, an denen mit der falschen Auslegung des Islam der Hass verstörter Seelen genährt wird."
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