Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Mittwoch, 10. Oktober 2012
Wahlen haben in Montenegro nie etwas geändert
In Montenegro finden am Sonntag Parlamentswahlen statt. Doch bislang haben Wahlen das klientelistische Machtgefüge der seit Anfang der 1990er Jahre regierenden Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS) nicht erschüttert, bedauert die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung: "Im Europarat ist der 630.000 Einwohner zählende Kleinstaat das einzige Mitglied, in dem es noch nie zu einem Regierungswechsel durch Wahlen gekommen ist. ... Die DPS ist eine höchst effizient organisierte Partei mit einem feinmaschigen Netz an Parteisoldaten bis in die hintersten Winkel des gebirgigen Landes. ... In einem nach wie vor stark kleinbäuerlich geprägten Wertesystem, in dem Familienclans und klientelistische Netzwerke die staatlichen Strukturen überlagern, bewegt sich niemand ähnlich souverän wie die DPS. ... Nun ruht die Hoffnung vieler Regierungskritiker auf der EU und den mit den Beitrittsverhandlungen verketteten Konditionalitäten [bezüglich Korruption und organisierter Kriminalität]. ... Der Anfang der Beitrittsverhandlungen mit der EU sei gleichsam der Anfang vom Ende dieses Regimes."
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Alle verfügbaren Texte von » Thomas Fuster
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