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Hospodářské noviny - Tschechien | Freitag, 12. Oktober 2012

Literaturnobelpreis soll Peking gefallen

Die Vergabe des Literaturnobelpreises an den chinesischen Autoren Mo Yan ist wieder einmal eine stark politische Entscheidung des Preiskomitees, bemerkt die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny: "Der Literaturnobelpreis stößt nun schon traditionell Debatten über nichtliterarische Themen an. Im aktuellen Fall drehen die sich nicht um die Qualität der Bücher des chinesischen Preisträgers Mo Yan, sondern vielmehr um dessen positives Verhältnis zum Regime in seiner Heimat. ... Es sieht so aus, als ob das Nobelkomitee sich ein bisschen dem kommunistischen China beugt, um das Verhältnis zu Peking aufzubessern. Dieses Verhältnis hat gelitten, seit vor zwölf Jahren ein Dissident [Gao Xingjian] Literaturnobelpreisträger wurde und 2010 ein Regierungskritiker [Liu Xiaobo] den Friedensnobelpreis bekam. Es geht also um Politik, nicht um Literatur. ... Kein Wunder, dass deshalb erneut Milan Kundera chancenlos blieb, der derzeit beste amerikanische Autor Philip Roth abermals leer ausging, von Salman Rushdie ganz zu schweigen."

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