Trouw - Niederlande | Freitag, 12. Oktober 2012
Bauern aus Nigeria bringen Shell in Bedrängnis
Vier nigerianische Bauern haben den Öl-Konzern Shell vor einem Gericht in dessen Hauptsitz im niederländischen Den Haag verklagt. Beim Prozessauftakt am Donnerstag forderten sie Schadensersatz für die mutmaßlich von Shell verursachte Ölpest in ihrem Land. Der ungleiche Kampf kann große internationale Folgen haben, hofft die christlich-soziale Tageszeitung Trouw: "Wenn sie recht bekommen, macht das den Weg frei für andere, die im Ausland Opfer von Vergehen wurden, die niederländischen Unternehmen zuzurechnen sind oder multinationalen Konzernen, die hierzulande ihren Hauptsitz haben. Das ist gut, weil auf diese Weise versucht wird, das Recht der Globalisierung anzupassen. Die Grenzen der Wirtschaft liegen schließlich schon längst nicht mehr an den Landesgrenzen und die der Umweltverschmutzung übrigens auch nicht. Dennoch ist ein großer Teil des Rechts - auch das Umweltrecht - noch immer national ausgerichtet. Daher haben die Richter zu recht entschieden, dass Beschlüsse des Mutterunternehmens Shell auch für die Aktivitäten von Shell Nigeria entscheidend sind, und dass Shell sich deshalb hierzulande für diese verantworten muss."
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