Frankfurter Rundschau - Deutschland | Dienstag, 16. Oktober 2012
Europas Asylpolitik des Nobelpreises unwürdig
Die Zahl der serbischen und mazedonischen Asylbewerber in Deutschland ist sprunghaft angestiegen und hat sich in einem Monat mehr als verdoppelt. Die meisten von ihnen sind Roma. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich wirft ihnen Asylmissbrauch vor und droht damit, die Visumsfreiheit für Serbien und Mazedonien auszusetzen. Europa sollte sich seinen Friedensnobelpreis wenigstens nachträglich verdienen, fordert die linksliberale Frankfurter Rundschau: "Das hieße heute, für die untragbaren Wohlstandsunterschiede auf dem Kontinent einen fairen Ausgleich zu suchen. ... Es hieße, die humanitären Werte mal am Mittelmeer auszuprobieren, wo das friedenspreisgekrönte Europa Tausenden Flüchtlingen beim Ertrinken zusieht, weil es nichts anderes kennt als Abschottung und Fremdenangst. Es hieße, den Nachbarn bei der Integration ihrer Minderheiten zu helfen - und zugleich klarzumachen, dass Diskriminierung und Ausgrenzung eines EU-Mitglieds unwürdig sind. Wäre Europa zur Umkehr bereit, ... es nähme den Preis erst in Empfang, wenn es zu einer Politik nach den vom Nobelkomitee gepriesenen Werten gefunden hat."
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