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Corriere del Ticino - Schweiz | Dienstag, 16. Oktober 2012

Wirtschafts-Nobelpreisträger sind praxisfern

Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften hat die US-Ökonomen Lloyd S. Shapley und Alvin E. Roth am Montag mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet. Sie erhielten die Auszeichnung für ihre Forschung zur effizienten Organisation von Märkten. Doch das ist wahrlich nicht das brisanteste Thema der Zeit, bemerkt die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino: "Die Themen, die die beiden Forscher behandeln, sind vornehmlich theoretischer Natur. Vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, Forschungen auszuzeichnen, die sich eher auf die Praxis beziehen, vor allem mit Blick auf die Mechanismen, die die derzeitige Krise hervorgerufen haben. Etwa die Ansätze von Olivier Blanchard, Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, der in den letzten Tagen eingeräumt hat, dass der IWF sich bei den Auswirkungen der Sparmaßnahmen auf das Wachstum verschätzt hat. Er bezweifelte, dass rigoroses Sparen dazu beiträgt, die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die Aktualität dieses Themas ist also schwerlich zu leugnen."

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