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Handelsblatt - Deutschland | Dienstag, 23. Oktober 2012

EU kann bei Bankenrettung von Island lernen

Vier Jahre nach der schweren Krise des Bankensystems in Island wächst die Wirtschaft des Landes wieder. Für das wirtschaftsliberale Handelsblatt ist das der Beweis, dass es Alternativen zur Krisenpolitik der EU gibt: "Mit einer Mischung aus Gläubigerbeteiligung, zurückhaltender Geldpolitik und geschickter Wirtschaftspolitik haben sich die Isländer in Rekordzeit in der Gruppe der am stärksten wachsenden Länder der industrialisierten Welt zurückgemeldet. ... Zwar verstaatlichte auch Reykjavik seine Banken, ließ sie dann aber in die Insolvenz gehen und teilte sie auf: Jede erhielt ein Basis-Geschäft, etwa Privatkundenangebote, das an den Markt gebracht wurde. Und je ein Institut, eine Art Bad Bank, in dem private Anteilseigner den Finanzschrott abtragen. Außerdem mussten die Banken den privaten Schuldnern bei Immobilienkrediten entgegenkommen: Alle Hypothekenwerte, die höher als 110 Prozent des neuen, tatsächlichen Verkaufswerts eines Hauses waren, wurden erlassen. Für einkommensschwache Kreditnehmer übernahm die Regierung eine Zeit lang die Tilgung. Es gab, anders als in Spanien oder Irland, keine Massenenteignungen."

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