Phileleftheros - Zypern | Donnerstag, 25. Oktober 2012
Chrystalla Chatzidimitriou über verurteilte Forscher und unbestrafte Banker
Drei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben im italienischen L'Aquila sind am Montag sieben Experten wegen fahrlässiger Tötung zu je sechs Jahren Haft verurteilt worden. Die Kolumnistin Chrystalla Chatzidimitriou fragt sich in der liberalen Tageszeitung Phileleftheros, warum Banker für ihr Versagen in der Euro-Krise nicht genau so zur Rechenschaft gezogen werden: "In den Jahren des Zerfalls, als es so aussah, als ob es Zypern gut ginge, aber die Fundamente des Staats langsam verfielen, haben die Bankenchefs bis zu eine Million pro Jahr verdient (ganz abgesehen von Boni, zinsgünstigen Krediten und anderen Leistungen). ... Diese Beträge, die ein durchschnittlicher Arbeiter nie in seinem ganzen Leben verdienen wird, egal wie hart er arbeitet, haben diese Menschen bekommen, weil es schien, dass sie zum Wohlstand des Landes, zum Wirtschaftswunder beigetragen haben, das angeblich stattfand. ... Doch welche Verantwortung übernahmen diese Menschen als klar wurde, dass es sich nicht um ein Wunder, sondern um eine Finanzblase handelte, die das Land und seine Bürger in eine schreckliche Situation brachte? Sollten sie nicht wenigstens verurteilt werden für Fahrlässigkeit, Gleichgültigkeit oder ihre Unfähigkeit, die Zeichen zu deuten, die schon 2011 nicht nur sichtbar waren, sondern real?"
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