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Dagens Nyheter - Schweden | Montag, 30. Oktober 2006

Ralf Dahrendorf über die Grenzen der Meinungsfreiheit

Die Meinungsfreiheit hatte, wenn sie verantwortungsbewusst gebraucht wurde, stets auch ihre selbstgesteckten Grenzen, bilanziert Ralf Dahrendorf. Im Moment aber gibt es eine Tendenz, die Meinungsfreiheit einzuschränken - und zwar von Seiten ihrer Gegner. "Solche Reaktionen, wie wir sie vor kurzem auf die Äußerungen von Ansichten, die manche beleidigend finden, miterlebt haben, verheißen nichts Gutes für die Zukunft der Freiheit. Es ist, als ob eine neue Welle der Gegenaufklärung über die Welt fege, bei der die restriktivsten Ansichten das Geschehen bestimmen. Gegen derartige Reaktionen müssen aufgeklärte Ansichten wieder vehement geltend gemacht werden. Die Verteidigung des Rechtes aller Menschen, etwas zu sagen, selbst wenn man ihre Ansichten verabscheut, ist eines der obersten Prinzipien der Freiheit. Also muss Idomeneo aufgeführt und Salman Rushdie publiziert werden. Ob ein Redakteur Karikaturen veröffentlicht, die gläubige Muslime (oder aber auch Christen) beleidigen, ist eine Meinungsfrage, ja fast eine Geschmacksfrage. Ich täte es vielleicht nicht, doch würde ich trotzdem das Recht von jemandem verteidigen, der sich anders entscheidet."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 30. Oktober 2006

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