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Télérama - Frankreich | Samstag, 4. November 2006

Michel Winock über die Rolle der Intellektuellen

Die Intellektuellen engagieren sich viel zu wenig für Europa, beklagt der französische Historiker Michel Winock im Gespräch mit Gilles Heuré. "Im 19. Jahrhundert wurde Europa von Schriftstellern wie Saint-Simon, Victor Hugo oder Ernest Renan repräsentiert - und Europa sollte immer noch ein Ziel für die Intellektuellen sein, ein Fluchtpunkt, eine konkrete Utopie... Als Europa 1957 mit den Römischen Verträgen Form annahm, waren die Intellektuellen mit dem Algerienkrieg beschäftigt. Europa erschien ihnen als abstrakte Konstruktion, die nur Technokraten oder abgehobene hohe Beamte betraf, die mit dem Volk nichts zu tun hatten... Es läuft nicht gut in Europa, und das ist keine gute Nachricht für den Weltfrieden. Europa ist ein ökonomischer Riese und ein politischer Zwerg. Solange seine Völker nicht an der Konstruktion beteiligt werden, wird Europa keine Gestalt annehmen. Die Menschen zu beteiligen, wäre die wichtigste Aufgabe der Intellektuellen, und nicht nur der Politiker."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 6. November 2006

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