Financial Times - Großbritannien | Mittwoch, 8. November 2006
Die Wirtschaftsprobleme Mitteleuropas
"Weil sie nicht mal halb so reich sind wie die westeuropäischen Länder, müssen die mitteleuropäischen Länder mehr als doppelt so schnell wachsen, um mit ihnen mithalten zu können", schreibt der Wirtschaftswissenschaftler und Osteuropaexperte Anders Aslund. "Das fehlende Gleichgewicht fördert eine Art permanenter Rückständigkeit... Das Problem der mitteleuropäischen Länder heißt nicht politische Instabilität. Bis vor kurzem besaßen sie relativ stabile, aber unverantwortliche Regierungen, die gegen ihre zunehmenden ökonomischen Probleme wenig unternahmen. Der jüngste politische Aufruhr in Mitteleuropa könnte als eine Art Weckruf willkommen sein... Das größte Dilemma Mitteleuropas ist ökonomischer Natur - und ein generelles Problem der EU. Wie ganz Europa müssen die mitteleuropäischen Länder ihre geringe Wirtschaftsdynamik durch niedrigere Steuern, weniger Sozialleistungen und mittels eines freieren Arbeitsmarktes überwinden. Abhilfe schaffen könnte die Konkurrenz durch geringere Steuern im Osten und mehr Freizügigkeit innerhalb der EU."
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