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Dagbladet Information - Dänemark | Donnerstag, 9. November 2006

Die Türkei und ihre Vergangenheit

Nahost-Korrespondent Martin Selsoe Sorensen hält daran fest, dass sich die türkische Regierung nur dann erfolgreich an Europa annähern kann, wenn die EU ein starker Partner bleibt: "In der Türkei fragt man sich, warum die EU alles auf einmal haben möchte. Auf beiden Seiten ist man sich einig, dass es 10, 15 oder 20 Jahre dauern wird, bis eine Vollmitgliedschaft in der EU realistisch ist. Warum also der Druck seitens der EU, dass die Türkei innerhalb weniger Jahre mit all ihren nationalen Traumata und Tabus brechen soll? Für die Türken ist es ein außerordentlich schmerzhafter Prozess, über die Armenier, die Kurden, das Militär und Zypern zu diskutieren, gerade weil über all diese Themen jahrzehntelang nicht gesprochen wurde. Das Land ist dabei, sich diesen Debatten zu stellen, aber es braucht Zeit, bis auch die Bevölkerung reif für diese Auseinandersetzungen ist. Für die Türkei ist es viel schwerer, sich ihrer Vergangenheit zu stellen, als etwa für Dänemark mit seiner homogenen, gut gebildeten Bevölkerung und seiner relativ unkontroversen Geschichte."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 9. November 2006

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