Postimees - Estland | Montag, 13. November 2006
Estnischer Pragmatismus gegenüber Russland
Der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves hat angekündigt, bei seinem nächsten Treffen mit Russlands Präsident Putin keine öffentliche Entschuldigung Russlands für die Okkupation Estlands zu fordern oder andere brisante Punkte anzusprechen. Dies zeige zwar die pragmatische Linie von Ilves, kommentiert die estnische Zeitung, fragt aber auch, wo die Gegenleistungen bleiben. "Ilves hat offenbar beschlossen, seinen guten Willen zu zeigen und praktische Fragen auf die Tagesordnung zu setzen, zum Beispiel die Brücke am Grenzübergang Narva, Energielieferungen oder die Zusammenarbeit im Ostseeraum. Dafür hat Ilves Lob verdient. Doch wie sehen die Fakten aus? Vor 1995 dachten viele, man müsse lediglich auf unsere Gebietsansprüche gegenüber Russland verzichten. Doch elf Jahre später haben wir noch immer keinen Grenzvertrag mit Russland."
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