Rzeczpospolita - Polen | Samstag, 18. November 2006
Wladimir Bukowski über Russlands Umgang mit Polen
Der in Großbritannien lebende russische Publizist und Bürgerrechtler Wladimir Bukowski begrüßt das polnische Veto gegen ein EU-Partnerschaftsabkommen mit Russland. Bukowski beschreibt, wie Polen aus russischer Perspektive gesehen wird: "Wenn der russischen Regierung in der polnischen Politik etwas nicht gefällt, zögert sie nicht, euch einen Seitenhieb zu erteilen... Meiner Ansicht nach wird die russische Position Warschau gegenüber von zwei wesentlichen Dingen beeinflusst: von der polnischen Ostpolitik, die auf die Unabhängigkeit von Weißrussland und der Ukraine setzt, und vom Engagement Polens im Sicherheitsbündnis mit den USA im Rahmen der Nato. Natürlich gibt es auch tiefer gehende psychologische Motive. Es ist schwer, jemanden als gleichberechtigten Partner zu behandeln, der bis vor kurzem Diener war. Zwar sind seit dem Rückzug der Roten Armee aus Polen mehr als 15 Jahre vergangen, doch in der russischen Regierung ist niemand bereit, Warschau ähnlich wie Paris zu behandeln. Niemand will in Moskau mit Polen diskutieren. Der Kreml meint nach wie vor, Warschau solle russische Entscheidungen einfach akzeptieren, ohne zu verhandeln."
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