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Die Welt - Deutschland | Freitag, 8. Dezember 2006

Orhan Pamuk über die gerechte Verteilung von Einfalt und Dummheit

In seiner Dankesrede zur Verleihung des Nobelpreises sprach der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk vor allem über die Liebe zu seinem Vater und seiner Heimatstadt Istanbul. An einer Stelle erklärt er aber auch, worin sich Orient und Okzident unterscheiden: "In der außerwestlichen Welt, mit der ich mich ohne weiteres identifizieren kann, können wir immer wieder beobachten, dass die Empfindlichkeit von Menschenmassen und ganzen Völkerschaften sich in Befürchtungen niederschlägt, die geradezu an Dummheit grenzen. In der westlichen Welt wiederum, mit der ich mich nicht weniger leicht identifiziere, führen Reichtum sowie der Stolz darauf, an der Wiege von Renaissance, Aufklärung und Moderne gestanden zu haben, bisweilen dazu, dass man sich mit ähnlicher Einfalt viel zu viel auf sich einbildet."

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