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Le Temps - Schweiz | Montag, 11. Dezember 2006

Michel Guénaire über Meinungsdemokratie

"In unserer Demokratie gibt es ein neues Bündnis von Meinung und Macht. Die Presse, die Umfragen und die aktuellen Kommentare in der Tagespresse tragen dazu bei, dass es lauter konforme Meinungen gibt", schreibt der Schriftsteller und Jurist Michel Guénaire zum französischen Präsidentschaftswahlkampf. Seiner Ansicht nach wird diese "Meinung zur stillschweigenden Richtlinie allen Denkens... Meinungsdemokratie ist keine richtige Demokratie. Sie führt zu Demagogie, die wiederum im Populismus endet. Die öffentliche Meinung ist anti-demokratisch. Vielleicht wollen unsere neuen Kandidaten die Bevölkerung durch Meinungsdemokratie mit ihren Institutionen versöhnen? Sie täuschen sich. Denn die Menschen wünschen sich verantwortliche Politiker, die ein Projekt verfolgen, das jenseits der Gefühle liegt. Aber vielleicht wissen die Kandidaten nichts anderes zu sagen als das, was die Umfragen ergeben? Dann müssen sie davon Abstand nehmen, ein öffentliches Amt auszuüben."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 11. Dezember 2006

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