Le Soir - Belgien | Donnerstag, 14. Dezember 2006
Das belgische Fernsehen meldet Flanderns Unabhängigkeit
Das belgische Fernsehen RTBF hat gestern für Panik gesorgt, als es sein Programm mit der Ankündigung unterbrach, Flandern habe seine Unabhängigkeit erklärt, und eine Spezialsendung zum Thema anbot. Erst nach einigen Minuten sei erklärt worden, es habe sich um eine fiktive Meldung gehandelt, die zur Debatte über die Teilung des Landes beitragen sollte. Pierre Bouillon geht mit der Sendung, die zahlreiche Fernsehzuschauer erschreckt hat, hart ins Gericht. "Es gehört nicht zu den Statuten der Presse, auf der Grundlage eines Drehbuchs, und sei es noch so 'realistisch', Emotionen auszulösen. Man hört, die Sendung sollte 'die Augen öffnen' und den Belgiern dabei helfen, die Wirklichkeit unserer Debatte über die Institutionen und deren mögliche Konsequenzen zu begreifen. Im Grunde handelte es sich dabei um eine Fiktion, die klar machen wollte, dass der Separatismus eben keine 'Fiktion' ist. Dies kommt einer Erklärung des Scheiterns gleich. Reicht es nicht mehr aus zu informieren? Sollte eine Debatte nur noch um den Preis eines künstlich hervorgerufenen Elektroschocks möglich sein?"
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