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Der Tagesspiegel - Deutschland | Mittwoch, 17. Januar 2007

Ilija Trojanow über kulturelle Differenz als beglückenden Naturzustand

Der Schriftsteller Ilija Trojanow bekommt heute den Berliner Literaturpreis. Im Interview mit Andreas Schäfer erklärt er den Erfolg seines Buches "Der Weltensammler" über den Abenteurer Richard Burton, der Indien, Arabien und Afrika bereiste. Das Buch habe "einen existenziellen Nerv" getroffen, so Trojanow: "Viele Leute verspüren ein Unbehagen an der gegenwärtigen Tendenz, kulturelle Differenz als etwas darzustellen, was es zu überwinden gilt. Dabei ist sie ein beglückendes, inspirierendes Angebot an Offenheit und Vielfalt. Außerdem ist kulturelle Differenz der Naturzustand. Die Kulturentwicklung ist eine ewige Hybridisierung... Das heißt, dass kulturelle Elemente, die sich unterscheiden, immer wieder zusammenkommen und sich vermischen. So entsteht Kultur. Was wir als Tradition bezeichnen, ist eine vergessene Hybridisierung. Wir vergessen auch oft, dass die Leute, die uns kanonisch erscheinen, nicht aus dem Zentrum kamen, sondern von den Randgebieten. Kafka, Celan, Canetti."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 17. Januar 2007

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