L'Express - Frankreich | Mittwoch, 24. Januar 2007
Die Türkei nach dem Tod von Hrant Dink
Christian Makarian schätzt, dass die Türkei bei der Beerdigung des ermordeten Journalisten Hrant Dink am Mittwoch, an der Zehntausende teilnahmen, in ihrer "Gewissensprüfung" vorangekommen ist. "Premierminister Recep Tayyip Erdogan hat zum Attentat erklärt: 'Die Kugeln auf Hrant Dink haben uns alle getroffen.' Demokratischer Schwung. Aber Erdogan hat hinzugefügt, dass 'dieses Verbrechen in einem Moment verübt wurde, in dem die armenischen Vorwürfe eines Völkermords in bestimmten Ländern wieder aufgenommen wurden'. Nationalistische Kehrtwende." Trotz dieses Zögerns an der Spitze des Staates ist Makarian von einer Sache überzeugt: "Die Armenier-Frage ist das Symbol der Demokratisierung und der Europäisierung der Türkei geworden. In gewisser Weise hat Hrant Dink gewonnen."
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