Le Temps - Schweiz | Donnerstag, 25. Januar 2007
Nicht alle Schweizer sehen denselben Film
Christine Salvadé befasst sich anlässlich der Solothurner Filmtage mit einer Schwierigkeit bei der Verbreitung des Schweizer Films: der Vielsprachigkeit. "Während die Laufzeit der Filme im Kino immer kürzer wird und Hollywoodfilme in immer schnellerer Abfolge über uns hereinbrechen, muss das französischsprachige Publikum bis zu 13 Monate warten, bis es sich eine Meinung zu einem deutschsprachigen Film machen kann. Wenn es ihn denn überhaupt sehen kann. Denn ein großer Teil der Spielfilme wird nie untertitelt oder synchronisiert und also auch nie jenseits der Sprachgrenze gezeigt. Das war in Solothurn ganz deutlich, als gestern die Schweizer Filmpreise vergeben wurden: Die meisten Filme hatten entweder nur die deutschsprachigen oder nur die französischsprachigen Schweizer gesehen, selten beide... Dass die Schweizer beim Erlernen der Sprache der anderen so träge sind, ist nicht sehr hilfreich. In der französischsprachigen Schweiz werden nicht-synchronisierte Filme im besten Falle von Besuchern der Programmkinos wahrgenommen. Das gilt für Filme aus Zürich oder Sankt Gallen ebenso wie für Filme aus dem Senegal."
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