Prospect - Großbritannien | Dienstag, 30. Januar 2007
Timothy Garton Ash über einen neuen Europa-Mythos
Der britische Historiker Timothy Garton Ash denkt in einem Essay darüber nach, dass die EU "ihren Plot verloren hat" und eine "neue Erzählung" braucht. In einem Internetforum können Leser seine Idee diskutieren. "Ich schlage vor, dass unsere neue Geschichte aus sechs Handlungssträngen gewebt sein soll, von denen jeder ein gemeinsames europäisches Ziel repräsentiert. Diese Handlungsstränge sind Freiheit, Frieden, Gesetz, Wohlstand, Vielfalt und Solidarität." Ash verortet die 'Handlungsstränge' historisch und kommt zum Schluss, dass "diese Stränge miteinander verwoben eine Beschreibung davon geben, woher wir kommen und wohin wir gehen wollen. Die verschiedenen Stränge können wahrscheinlich für verschiedene Menschen je unterschiedliche Bedeutung erlangen. Für mich selbst sind die wichtigsten Geschichten diejenigen, die von Freiheit und Vielfalt erzählen. Mit meinem Kopf erkenne ich die Relevanz der anderen, aber diese beiden lassen mein Herz schneller schlagen. Sie sind der Grund, weshalb ich ohne Übertreibung sagen kann: Ich liebe Europa."
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