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taz - Deutschland | Dienstag, 30. Januar 2007

Claus Leggewie über den Unterschied von Islamkritik und Islamophobie

Der Politikwissenschaftler Claus Leggewie plädiert dafür, die Begriffe Islamofaschismus und Islamophobie aus dem Diskurs zu verbannen. Letzterer rücke legitime Religionskritik in die Nähe von Diskriminierung. "Es geht also um Eingrenzung - nämlich auf Fälle, in denen Muslime tatsächlich Angriffen ausgesetzt sind, ihre Moscheen, Schulen und Friedhöfe beschädigt werden und sie im Bildungswesen, Arbeitsleben und öffentlichen Einrichtungen auf Grund ihrer Religion oder wegen äußerer Erscheinung diskriminiert werden. Gibt es diese Eingrenzung nicht, schafft falsche Toleranz und Sensibilität nur einen Schonraum, in dem die islamische Welt auf selbstkritische Einsichten verzichten und ihren Opfermythos weiter pflegen kann. Dazu trägt leider ein anderer Kampfbegriff bei, der im islamkritischen Lager Verbreitung gefunden hat: 'Islamofaschismus'... Bei allen Parallelen gibt es zu viele Unterschiede zu dem europäischen Phänomen des Faschismus, der anders als die Dschihadisten einen starken Nationalstaat postulierte und keine Synthese zwischen herkömmlicher Kulturreligion und sozialer Bewegung wollte, sondern ein radikal gegen das Christentum und andere Religionen gerichtetes Neuheidentum."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 30. Januar 2007

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