Sme - Slowakei | Montag, 5. Februar 2007
Kosovo als Vorbild für die Ungarn in der Slowakei?
Mehrere slowakische Spitzenpolitiker haben überraschend Bedenken gegen eine Unabhängigkeit des Kosovo geäußert. Ihre Argument: Die in der Slowakei lebende ungarische Minderheit könnte sich das Beispiel Kosovo zum Vorbild nehmen und auf eine Loslösung von der Slowakei hinarbeiten. Vertreter der ungarischen Minderheit verwahrten sich gegen diese Unterstellung. Milan Nic von der Universität Bologna findet die Verdächtigung der Ungarn durch slowakische Politiker abwegig. "Wer den internationalen Präzedenzfall Kosovo nutzt, um die Leute mit einem ungarischen Separatismus zu erschrecken, ist im vergangenen Jahrhundert gefangen. Eine spezielle Lösung auf dem Balkan wird niemals Maßstab für Mitteleuropa sein, schon gar nicht angesichts der Existenz der EU. Es ist traurig, dass der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses, Boris Zala, aber auch Außenminister Jan Kubis jetzt diese Kosovo-Karte spielen. Unsere Haltung zum Kosovo muss sich an der Haltung der Partner in EU und Nato orientieren, nicht an der Moskaus oder Belgrads."
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