Upsala Nya Tidning - Schweden | Freitag, 9. Februar 2007
Die Türkei nach Pamuks Weggang
Nach dem Mord am türkischen Journalisten Hrant Dink ist Orhan Pamuk in die USA geflohen. Anlass zu großer Sorge, meint die Tageszeitung: "Wenn jemand, der einen Journalisten umgebracht hat, in türkischen Sicherheitskreisen als Held betrachtet wird, wenn ein Mann wie Pamuk, der ähnlich stark mit Istanbul identifiziert wird wie Alfred Döblin mit Berlin, James Joyce mit Dublin oder Woody Allen mit New York, sich nicht mehr traut, in seiner Heimatstadt zu bleiben, sollte das mehr Menschen beunruhigen als nur seine Landsleute. Kann ein Land, in dem 'dunkle Mächte' offen der Regierung trotzen, für eine EU-Mitgliedschaft in Frage kommen? In vielen Ländern mischt sich ein unsympathischer Ton in die Diskussion: Es heißt, ein Land mit überwiegend muslimischem Bevölkerungsanteil könne nicht europäisch sein. Solche Vorurteile müssen vom Tisch. Lücken im demokratischen Rechtssystem hingegen dürfen auf keinen Fall akzeptiert werden. Die EU ist kein christlicher Verein, sehr wohl aber ein demokratischer. Deshalb kann die Türkei zurzeit kein EU-Mitglied werden."
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