Dnevnik - Slowenien | Montag, 12. Februar 2007
Das Kosovo als europäisches Taiwan
Igor Mekina kommentiert die Unruhen im Kosovo, bei denen am Wochenende zwei Menschen starben: "Die Ansichten über die Demonstrationen gehen auseinander. In Belgrad gelten sie als neuerlicher Beleg für die schrecklichen Lebensverhältnisse der serbischen Minderheit im Kosovo. Und sie werden als Beweis herangezogen, welchem Druck die internationalen Politiker ausgesetzt sind, die stets zugunsten der Kosovo-Albaner nachgeben würden. In Pristina wird das Ganze unterdessen als berechtigter Unmut eines Volkes interpretiert, das auf die schnellstmögliche Erfüllung des Versprechens auf einen eigenen Staat wartet... Die Zustimmung der Serben und vor allem der Russen wäre willkommen – doch es wird sie nicht geben. Und falls es dazu kommen würde, wären die anderen Lösungen außerordentlich schwach. Die einseitige Anerkennung des Kosovo als 'Staat' von Seiten der EU und ihrer Verbündeten ist natürlich auch denkbar. Dann dürfte der Kosovo jedoch die Rolle eines in der Welt größtenteils nicht anerkannten 'europäischen Taiwans' einnehmen, was für die EU – und sicherlich auch innerhalb der Vereinten Nationen – ein größerer Alptraum wäre als die Aufrechterhaltung eines fragilen Friedens im kosovarischen Protektorat."
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