Pravda - Slowakei | Donnerstag, 15. Februar 2007
Stasi-Verstrickung der slowakischen katholischen Kirche
In der Slowakei sind neue Akten bekannt geworden, laut derer Jan Sokol, der Erzbischof von Trnava und Bratislava, enge Kontakte zum einstigen kommunistischen Geheimdienst der Tschechoslowakei unterhalten hat. Unter anderem soll er 1988 der Staatssicherheit vertrauliche Details über einen im Vatikan im Exil lebenden slowakischen Priester verraten haben. Kommentator Marius Kopcsay nimmt kein Blatt vor den Mund: "Die Verdächtigungen kommen zu einer Zeit, da der Erzbischof schon unter Druck ist, weil er den slowakischen [von Nazi-Deutschland abhängigen] Separatstaat unter Tiso gewürdigt hat. Es scheint, als erinnere sich Sokol mit Liebe an das eine totalitäre Regime und als habe er mit dem anderen zusammengearbeitet. Aus rechtlicher Sicht gilt die Unschuldsvermutung. In der Politik reicht ein solcher Verdacht aber für einen Rücktritt aus - bis alles geklärt ist. Nun ist die Kirche keine politische Partei. Sie muss weder auf ihr Image achten, noch auf ihre Beliebtheit in Umfragen. Bei ihr sind dafür andere Werte im Spiel. Zum Beispiel das Gewissen."
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