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Le Nouvel Observateur - Frankreich | Donnerstag, 15. Februar 2007

Bernard-Henri Lévy über Intellektuelle und Politik

Im Interview mit Claude Askolovitch kommt der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy auf seinen Kollegen André Glucksmann zu sprechen, der als linker Intellektueller galt, nun aber für den Präsidenschaftskandidaten der Rechten, Nicolas Sarkozy, Partei ergriffen hat. "Ich verstehe ihn nicht richtig. Sarko ist zwar weder 'Schwein' noch 'Fascho' - wie es die Linke auszudrücken pflegt, wenn sie sonst nichts zu sagen hat. Aber was mich angeht, denke ich, dass das Engagement von Intellektuellen im Wahlkampf drei Prinzipien voraussetzt. Erstens macht man nicht mit, man latscht nicht einfach hinter jemandem her... Zweitens engagiert man sich nur aus der Not heraus, mangels eines Besseren, und mit Argwohn. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sartre einem Kandidaten mit solcher Inbrunst gehuldigt hätte wie die, die heute Sarkozy erfreuen. Außerdem ist es eine Frage des Timings: Intellektuelle sind Freibeuter, Wegelagerer, Menschen, die Bedingungen stellen, die maximalen Druck ausüben und die sich so spät wie möglich zu Wort melden müssen, nachdem sie ein Maximum an Beute gemacht haben: mit großen Gesten und Einsatz für das Wesentliche."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 15. Februar 2007

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