Sega - Bulgarien | Montag, 19. Februar 2007
Iwajlo Ditschew über doppelte Staatsbürgerschaft
Sofia grenzt mit einem umstrittenen Wahlgesetz rund 40.000 türkischstämmige Bulgaren mit Wohnsitz in der Türkei aus. Diese dürfen trotz doppelter Staatsbürgerschaft nicht an den ersten EU-Parlamentswahlen teilnehmen. Der Kulturwissenschaftler Iwajlo Ditschew fürchtet weitere Folgen: "Ein eventuelles Verbot der doppelten Staatsbürgerschaft würde das Band zu hunderttausenden Bulgaren automatisch zerreißen. Nicht nur zu den bereits im Ausland eingebürgerten, sondern auch zu denen, die in ihrer neuen Heimat auf eine Staatsbürgerschaft warten. Soll zum Beispiel ein Auswanderer nach jahrelangem Kampf um einen US-Pass sagen: 'Nein, Bulgarien liegt mir doch mehr am Herzen?' Solch ein Gesetz würde die bulgarische Nation mit einem Schlag um eine Million Menschen schrumpfen lassen... Wollen wir denn wirklich ein Kessel angepasster Rosenzüchter sein, der sich allem Fremden gegenüber feindselig verhält? Oder wollen wir eine dynamische, weltweite Diaspora, die sich adaptiert, assimiliert und dort etwas erreicht?"
» zum ganzen Artikel (externer Link, bulgarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Migration, » Integration, » Minderheiten, » Türkei, » Bulgarien
Alle verfügbaren Texte von » Ditschew Iwajlo
» zur gesamten Presseschau vom Montag, 19. Februar 2007