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Pražský deník - Tschechien | Montag, 26. Februar 2007

Schwierige Vergangenheitsbewältigung in Tschechien

Das Thema Geheimdienstmitarbeit wird in Tschechien durch aktuelle Enthüllungen über die Verstrickung von Ex-Premier Josef Tosovsky oder des Liedermachers Jaroslav Nohavica wieder neu diskutiert. Innenminister Ivan Langer will jetzt alle Akten freigeben und die Namen der ehemaligen Informanten ins Internet stellen. Dalibor Dostal kommentiert: "Die tschechische Gesellschaft hat sich noch immer nicht auf würdige Weise mit der kommunistischen Vergangenheit auseinander gesetzt. Auf der einen Seite werden ehemalige Spitzel als Menschen zweiter Klasse behandelt, sie dürfen bestimmte Funktionen nicht ausfüllen. Auf der anderen Seite ist die Kommunistische Partei (KSCM) fester Bestandteil der politischen Szene. Die konservative Bürgerpartei (ODS) arbeitet auf lokaler Ebene mit den Kommunisten zusammen, und auch Präsident Klaus gelangte nur dank kommunistischer Stimmen in sein Amt. Wenn sich die tschechische Politik nicht klar zur Legitimität der KSCM äußert, wird die Jagd auf kleine Stasi-Spitzel immer mehr zu einem lächerlichen Symbol der Heuchelei."

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