Pravda - Slowakei | Mittwoch, 28. Februar 2007
Ein europäisches Geschichtslehrbuch?
Die deutsche Ratspräsidentschaft will auf einer EU-Bildungsministerkonferenz anregen, ein gesamteuropäisches Geschichtslehrbuch zu erarbeiten. Marius Kopcsay hat mit Blick auf entsprechende mehrjährige slowakisch-ungarische Bemühungen ernsthafte Zweifel: "Jedes Volk hat seinen eigenen Blick auf die Geschichte, und der unterscheidet sich von dem anderer zum Teil diametral. In Ungarn interpretiert man den Trianon-Vertrag [durch diesen verlor Ungarn große Teile seines Staatsgebietes] als Entscheidung, die zu Unrecht die blühende Heimat beschnitten habe. In der Slowakei hingegen betont man die tausendjährige Knechtschaft [unter Ungarn], als hätten die Slowaken in dieser Zeit nichts Bedeutendes hervorgebracht... Immerhin kann man heute darüber diskutieren, die andere Seite verstehen und zulassen, dass es zu historischen Ereignissen verschiedene Ansichten gibt... Es wäre schon ein Fortschritt, wenn man mit dieser Erkenntnis daran ginge, die Schulbücher in den einzelnen Ländern zu verbessern."
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