Cinco Días - Spanien | Montag, 5. März 2007
Europa als Sündenbock im französischen Wahlkampf
Der spanische Politologe Sebastián Royo kritisiert das Verhalten der Kandidaten im französischen Wahlkampf. "Die beiden Hauptkandidaten distanzieren sich von einem Regime, mit dem sie doch aufgrund ihres politischen Werdegangs zutiefst verbunden sind. Sie präsentieren sich als Kandidaten gegen das System, um die Millionen von Franzosen anzusprechen, die von der Realität der fünften Republik befremdet sind. Doch wenn es darum geht, die Verantwortlichen für die Probleme des Landes zu benennen, dann geben sie der EU und der Europäischen Zentralbank die Schuld. Diese Strategie könnte leicht dazu führen, dass sich die französische Gesellschaft noch mehr polarisiert und es neue Spannungen in der EU gibt. Dieser Strategie fehlt es an Mut und Vision. Die Kandidaten verschenken eine Gelegenheit, die Wurzeln der Probleme klar zu benennen und realistische, innovative Ideen zu entwickeln, die es dem Land erlauben würden, sich den Herausforderungen des neuen Jahrtausends zu stellen."
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