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Libération - Frankreich | Donnerstag, 29. Dezember 2005

Regionalismus in Europa

"Europa hat die Erweiterung noch nicht verdaut, da lauert schon das nächste Schreckgespenst: eine Neuordnung der Regionen", stellt Jean-Michel Helvig fest. "Katalonien ist dabei, den Status einer von Spanien getrennten Nation zu fordern. Dies wäre der erste Schritt hin zur Gründung eines Staates, der eines Tages den Status eines EU-Mitgliedstaates für sich beanspruchen wird. Und warum nicht auch Padanien, Bayern, Schottland oder Flandern? Obwohl sich dieser National-Regionalismus seit der Erweiterung in den Neunzigern radikalisiert hat, ist er bereits in der Funktionsweise der EU verankert. Die nach Autonomie strebenden Regionen nutzen das Supranationale an Europa, um ihre Regierungen zu umgehen und ihre eigenen, insbesondere wirtschaftlichen Interessen geltend zu machen. Diese Umgliederungswelle innerhalb der Mitgliedstaaten beruht in erster Hinsicht auf dem Egoismus der Reichen, die nicht für die polnischen Klempner, die slowenischen Holzfäller oder die kalabrischen Maurer 'zahlen' wollen."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 29. Dezember 2005

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