Dagens Nyheter - Schweden | Mittwoch, 14. März 2007
50 Jahre Europa - eine Bilanz
Die Zeitung nimmt den bevorstehenden 50. Jahrestag der Römischen Verträge am 25. März zum Anlass, den Zustand Europas zu analysieren. Sie sieht dabei die Umsetzung der vom britischen Historiker Timothy Garton Ash aufgestellten Kriterien Freiheit, Frieden, Gesetz, Wohlstand, Vielfalt und Solidarität in den Mitgliedsstaaten kritisch: "Die Freiheit wird von Korruption beschnitten, vor allem in den neuen osteuropäischen Mitgliedsländern. In der EU selbst gibt es ebenfalls demokratische Defizite. Der Frieden scheint gesichert, doch Russland weckt derzeit alte Erinnerungen. Als der Balkankrieg begann, mussten die USA zur Hilfe eilen, weil es der EU allein an Kraft fehlte. Recht und Gesetz sind das Fundament einer offenen Gesellschaft. Doch die EU ist weit davon entfernt, perfekt zu sein. Im Osten und Südosten gibt es gesetzlose Gegenden... Überall hat der 'Kampf gegen den Terror' die Rechtsicherheit aufgeweicht. Der Wohlstand ist zwar groß, aber ungerecht verteilt. Die Vielfalt ist Europas politische Schwäche und gleichzeitig ihre kulturelle Stärke. Die Solidarität hat zwar zur Erweiterung der EU geführt, aber Europa ist auch die Hochburg der Heuchler. Nach innen herrscht freier Handel, nach außen werden Menschen und Waren ferngehalten."
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