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Le Monde - Frankreich | Freitag, 13. April 2007

Nancy Green erinnert an die europäische Auswanderung

Im Interview mit Laetitia van Eeckhout spricht die amerikanische Historikerin Nancy Green, Studiendirektorin des Pariser Zentrums für Geschichtsforschung EHESS, über das Verhältnis von Ein- und Auswanderung. "Es ist interessant zu beobachten, wie sich Nationen über ihre Einstellung zu den eigenen Auswanderern definieren. Heute führen die europäischen Länder große Einwanderungsdebatten und vergessen ganz, dass sie im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem Auswanderungsländer waren. Diese dramatischen Phänomene der Abwanderung, die es damals gab, unterscheiden sich nicht wirklich vom Strom der Ankommenden, denen sich Europa heute gegenüber sieht... Deshalb sind das Phänomen der Migration und das Konzept der Nation eng miteinander verbunden. Sind die Auswanderer noch Teil der Nation? Werden sie als Verräter oder als Botschafter des Landes wahrgenommen, das sie verlassen haben?... Allgemein gab es von staatlicher Seite gegenüber den Emigranten immer ein Spannungsfeld zwischen Gewährenlassen und Beunruhigung, zwischen einer positiven und einer negativen Vision."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 13. April 2007

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