Népszabadság - Ungarn | Mittwoch, 18. April 2007
Streit um Gedenken an 'sowjetische' Holocaust-Opfer
Das Museum in Auschwitz hat die Eröffnung einer russischen Ausstellung über die Rolle der Roten Armee bei der Befreiung des Vernichtungslagers verschoben. Grund ist ein Streit um die Staatsbürgerschaft von Holocaust-Opfern, die aus den Gebieten verschleppt wurden, die von der UdSSR im Rahmen des Hitler-Stalin-Paktes annektiert worden waren. Endre Aczél findet die Debatte der Opfer unwürdig: "Die polnischen Kuratoren des Museums finden es inakzeptabel, dass polnische oder litauische Juden in der Ausstellung als sowjetische Bürger bezeichnet werden. Mehrere Millionen Juden wurden tatsächlich über Nacht zu Bürgern der UdSSR, ob sie das wollten oder nicht. In der Bezeichnung 'sowjetische Bürger' sehen die Polen die nachträgliche Legitimation der Aufteilung Polens zwischen der Sowjetunion und Nazi-Deutschland. Aus der Perspektive der Opfer ist es jedoch niederträchtig, über ihre Staatsbürgerschaft zu streiten. Sie wurden nicht wegen ihrer Staatsbürgerschaft, sondern aufgrund ihrer Abstammung nach Auschwitz deportiert."
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