Élet és Irodalom - Ungarn | Freitag, 27. April 2007
Stasi-Skandal des rechtskonservativen Politikers Martonyi
Ungarn hat einen neuen Stasi-Skandal: Der Journalist Péter Kende hat am vergangenen Freitag in der Wochenzeitung enthüllt, der ehemalige ungarische Außenminister János Martonyi habe in den 1960er Jahren dem ungarischen Geheimdienst Berichte geliefert. Das belegten Akten der Staatssicherheit. Demnach habe Martonyi während seines Studiums unter anderem über die ungarische Emigrantenszene in Deutschland und Frankreich Berichte angefertigt. Martonyi gehört der rechtskonservativen Partei Fidesz an, die den regierenden Sozialisten konsequent Stasivergangenheit vorwirft. Kende kommentiert: "Gibt es etwas Wichtigeres, als dass ein Außenminister glaubwürdig ist? Das ist für das internationale Renommee unseres Landes, aber auch für die innenpolitische Rolle eines Politikers maßgebend. Die persönliche Glaubwürdigkeit von János Mártonyi darf man ab jetzt in Zweifel ziehen." Kende schreibt, Martonyi habe in einem Gespräch mit ihm am 16. April 2007 eingeräumt, identisch mit IM "Marosvásárhelyi" gewesen zu sein. Nach Erscheinen des Artikels wies Martonyi gegenüber der ungarischen Presseagentur MTI alle Vorwürfe zurück.
» zum ganzen Artikel (externer Link, ungarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Geschichte, » Ungarn
Alle verfügbaren Texte von » Péter Kende
» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 2. Mai 2007