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taz - Deutschland | Freitag, 4. Mai 2007

Beginnt in Frankreich eine neue Ära?

Dorothea Hahn weist darauf hin, dass die Generation der 1968er in Frankreich nie an die Macht gekommen ist. "Die beiden KandidatInnen, die am Sonntag antreten, gingen im Frühling 1968 noch in die Schule. Doch sie markieren nicht nur wegen ihres Alters eine Kehrtwende, sondern auch wegen ihrer zur Schau getragenen politischen Werte. Beide schicken sich an, das Erbe ihrer Altvorderen über Bord zu werfen. Sowohl die Sozialdemokratin Ségolène Royal als auch der Rechte Nicolas Sarkozy treten für die Restauration von staatlichen, schulischen und familiären Werten und Autoritäten ein. Sie sprechen von einer Erneuerung der Moral. Von der Wiederherstellung der elterlichen Autorität. Und - im Fall der Sozialdemokratin Royal - sogar von der Einbeziehung von Militärs in die Umerziehung von straffällig gewordenen Jugendlichen. Der Wahlkampf der letzten Monate und das Duell am Mittwoch markieren die Abkehr von den libertären Prinzipien von 68, die jahrzehntelang Frankreich geprägt haben. Sie markieren eine politische Bewegung nach rechts. Eine Abkehr von den ewigen Jugendlichen des Mai 68."

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