Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Dienstag, 29. Mai 2007
Zum Tod von Jörg Immendorff
Am 28. Mai ist der deutsche Maler Jörg Immendorff im Alter von 61 Jahren an den Folgen der Nervenkrankheit ALS gestorben. Niklas Maak porträtiert den Maler: "Mit gutem Geschmack hatte er nichts am Hut: Lustvoll halbverdorbene, furchterregende Magentafarben, naiv verbogenes, schief Schmierendes verursacht Schmerzen in den Augen, bewahrt manches Bild aber auch vor der einschläfernd milden Gefälligkeit und dem kraftlos brummenden Pathos neuerer deutscher Malerei. Sein Porträt Gerhard Schröders zeigt den Gasprom-Mitarbeiter in Gold und in Begleitung von Affen als Allegorien der Künstler... Bei allem lederjackenhaft-kumpeligen Auftritt und allen Kokain- und Bordellskandalen war er derjenige, der Ende der sechziger Jahre die heroische Künstlerfigur, die Arbeit am eigenen Künstlermythos, entschlossen auseinandergenommen hat und zu einer anderen Art von Kunstproduktion und -rezeption kommen wollte: darin liegen sein Verdienst und seine Bedeutung."
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