Kultura - Bulgarien | Donnerstag, 31. Mai 2007
Fastfood-Bücher und Light-Varianten für junge Leser
Am Beispiel einer modernen Version des Klassikers "Krieg und Frieden", der im Harper Collins Verlag erschienen ist, charakterisiert Milena Zwetkowa in ihrem Essay frustriert den neuen Leser des 21. Jahrhunderts. Dieser Lesertyp sei mobil, ungebunden an Region und Heim und besitze daher auch keine private Bibliothek. Stattdessen fordere der neue Leser Fastfood-Bücher wie die Light-Version von Leo Tolstois "Krieg und Frieden": "Aus dem Roman sind alle 'schwierigen' Stellen entfernt... In dieser Light-Variante bleiben Andrej Bolkonsky und Petja Rostov am Leben und Natascha heiratet den langweiligen Pier Bezduchow. Wir können sicher sein, dass dieser die Klassik schändende Akt eine Mission hat – diejenigen anzulocken, die bis jetzt vor dem Umfang und düsteren Ende zurückscheuten, die grundsätzlich alternativ lesen und sich jeglichen Direktiven und Verpflichtungen entziehen. Damit wird die große Form schlicht verurteilt. Sie bleibt den älteren Lesern vorbehalten, die sich verdientermaßen aus dem aktiven Leben zurückgezogen haben, oder den arbeitslosen Bücher- und Literaturnarren."
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