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Prospect - Großbritannien | Donnerstag, 31. Mai 2007

Die literarische Kraft von Essays

Der Historiker und Philosoph Jonathan Rée denkt darüber nach, welche literarische Kraft Schriftsteller entwickeln, die Essays schreiben: "Essays tendieren dazu edler, belesener und anspruchsvoller als Romane zu sein - es gibt kein essayistisches Äquivalent zum 'populären Roman'. Selbst wenn sie in einem perfekt-lässigen Stil verfasst sind, wird man in ihnen halb verborgene Zitate oder Anspielungen finden, die dazu dienen, den schlauen Leserschichten zu schmeicheln oder sie vielleicht zu langweilen. Als Übungen des Innehaltens, der Erkundung und experimentellen Selbstmultiplizierung sind sie wie Romane - vielleicht sogar mehr. Man könnte sogar sagen, der Roman strebt die Qualität eines Essays an, und es gibt sicher nicht wenige Romanciers, die auch Essayisten waren. Man denke nur an Eliot oder Henry James, Woolf, Forster oder Orwell, oder Mann, Sartre, de Beauvoir, Camus... Auch vier Neuerscheinungen [von Kundera, Coetzee, Sontag und Vargas Llosa] ... zeigen, dass der Essays schreibende Romancier eine literarische Kraft ist, mit der man rechnen muss."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 31. Mai 2007

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