Libération - Frankreich | Dienstag, 10. Januar 2006
Immigration und Entwicklung
"Der Exodus afrikanischen Fachwissens trifft alle Bereiche", schreiben Michael Cheylan, Sandra Fontaine und Matthieu Loitron vom Think Tank Capafrique. "In dieser alarmierenden Lage verhalten sich die europäischen Länder oft doppeldeutig oder gar schizophren. So etwa Frankreich, das innerhalb weniger Wochen erst in Paris in Bezug auf Afrika 'gesteuerte Immigration' propagiert und dann in Bamako 'Entwicklung' fordert. Dabei erlegt die Umsetzung des ersteren der Realisierung des zweiten eine große Hypothek auf... Die afrikanischen Länder verlieren so langfristig, aber auch kurzfristig. Es sind immer wieder Störungen in den Schlüsselinstitutionen der Entwicklung zu beobachten, wenn viele Akademiker weggehen. Das betrifft auch den Gesundheitssektor, wo der Bedarf an qualifizierten Leuten hoch ist und es sehr an Arbeitskräften mangelt."
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