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Die Welt - Deutschland | Freitag, 8. Juni 2007

Mariam Lau über Religionsfreiheit in Deutschland

Mariam Lau nimmt Stellung zum Streit um den Bau von Moscheen in Deutschland und weist Kritiker wie Necla Kelek und Ralph Giordano darauf hin, dass Religionsfreiheit weder an Vorleistungen noch an Stimmungen geknüpft sein kann: "Wenn die Religionsfreiheit in Deutschland an ästhetische Kriterien geknüpft wird, oder an sonst welche Leistungen auf völlig anderen Gebieten, der Integration zum Beispiel, dann sind wir geliefert. Wenn sich heute das Argument durchsetzt, dass Moscheen nicht in Ordnung sind, weil dort Frauen getrennt von Männern beten, dann wird es sich mit Sicherheit morgen gegen die orthodoxen Synagogen richten, in denen das auch der Fall ist... Der Generalangriff gegen den Islam muss einen Widerspruch klären: Einerseits wird den Muslimen nahegelegt, bevor sie nicht die Trennung von Staat und Religion verinnerlicht hätten, könnte aus dem Islam kein demokratiekompatibler Glaube werden - was ja stimmt. Andererseits soll der Islam für alles zuständig sein: die schlechten Schulnoten, die 'Ehrenmorde' und Gewalt gegen Frauen, die Jugendarbeitslosigkeit. Moscheen sollen sich erst an diesen Themen beweisen, bevor sie gebaut werden dürfen."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 8. Juni 2007

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