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Télérama - Frankreich | Mittwoch, 13. Juni 2007

Emilio Silva über das Vermächtnis der Franco-Diktatur

Am 15. Juni 1977 fanden in Spanien die ersten demokratischen Wahlen nach dem Ende der Franco-Diktatur statt. Der spanische Soziologe Emilio Silva, Gründer des Verbandes zur Wiederherstellung des historischen Gedächtnisses (ARMH), sagt im Gespräch mit Gilles Heuré, die Erinnerungsarbeit sei noch nicht abgeschlossen. "Die sozialistische Regierung hat immerhin als erste überhaupt etwas in Gang gesetzt, doch sie ist zu wenig offensiv. Die Verantwortung des franquistischen Staates bei den Gemetzeln ist bis heute offiziell nicht nachgewiesen. Die Konservativen dagegen sind beim Umgang mit dem Bürgerkrieg schlicht zynisch. Einerseits erklären sie, die Wunden nicht wieder aufreißen zu wollen, andererseits ehren sie die franquistischen Soldaten der Blauen Division, die an der Ostfront Seite an Seite mit den Nazis gekämpft haben... Es ist ganz wichtig, dass Spanien die Hintergründe der Diktatur aufklärt und das Ausmaß des Traumas deutlich macht. Für unsere Demokratie ist das lebensnotwendig, denn nichts hat sich beruhigt. Man bedenke nur, dass die Rechten noch heute von den Linken als den 'Roten' sprechen!"

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 14. Juni 2007

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