El País - Spanien | Donnerstag, 14. Juni 2007
Mehr regionale Autonomie in Belgien?
Der Chef der flämischen Christdemokraten, Yves Leterme, hat nach den Wahlen vom vergangenen Wochenende gute Aussichten auf das Amt des belgischen Premierministers. Er propagiert eine größere Autonomie der Regionen Wallonien, Flandern und Brüssel. Die spanische Tageszeitung kommentiert: "Die Botschaft ist klar: Die Flamen gehen auf Distanz, am liebsten würden sie sich von den Wallonen abspalten. Leterme hat von dem allgemeinen Wunsch der Flamen profitiert, den Finanztransfer vom reichen Flandern ins arme Wallonien zu verringern... Leterme verfügt bei 18,5 Prozent der Stimmen über 30 Sitze im Parlament – von insgesamt 150. Er muss sich also Verbündete suchen... Notgedrungen muss er die wallonischen Parteien umwerben und seinen Ton mäßigen, ohne die versprochene 'Staatsreform' dranzugeben... Mit jedem Machtantritt geht ein gewisses Maß an Realismus einher. Leterme greift auf die alte Formel zurück: 'Belgien basiert auf einem historischen Kompromiss' zwischen Wallonen und Flamen. Doch der wird von Tag zu Tag schwieriger."
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