taz - Deutschland | Samstag, 16. Juni 2007
Münster wird zum Freiluft-Museum
Alle zehn Jahre findet in Münster die Ausstellung "Skulptur Projekte" statt, bei der überall in der Stadt Skulpturen und Installationen vertraute Ansichten verändern. Dem Kurator Kasper König sei auch diesmal "eine exquisite Ausstellung mit behutsam tastenden, dabei präzisen und klugen Arbeiten gelungen", findet Henrike Thomsen - darunter eine üppig ausgestattete öffentliche Toilette von Hans-Peter Feldmann oder eine umgekehrte Pyramide von Bruce Nauman. "Der Bannkreis, den die Gegenwartskunst diesmal um die Traditionsstadt Münster schlägt, ist hauchzart und fast unsichtbar, eher wie ein feiner Riss, durch den Verdrängtes und Unerwünschtes dringen, aber auch neue Perspektiven und Poesie. Das treffendste künstlerische Manifest dazu ist der Faden, den Mark Wallinger rund um die Altstadt gespannt hat, hoch über dem Gewusel der Straßen und scheinbar mitten durch die Häuser hindurchgehend. Die Frage nach Grenzziehungen, nach Drinnen und Draußen, könnte beiläufiger nicht gestellt werden."
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