Le Temps - Schweiz | Montag, 18. Juni 2007
Künstlerischer Konsens auf der Art Basel
Laurent Wolf zieht eine Bilanz der Kunstmesse Art Basel, die gestern zu Ende gegangen ist. "So viel Malerei hat es seit 20 Jahren nicht mehr gegeben. Und noch nie war das Verhältnis der Malerei zu den anderen Ausdrucksformen so klar und so friedlich. Man entdeckt überall dieselben Themen, man bedient sich derselben Motive: die Explosion der Städte, die Gewalt in den Vororten, die Natur und ihre Zerstörung, das Begehren, der Körper... Es ist, als wäre es wieder möglich, ein Motiv oder ein Werk über das Experimentieren zu stellen - entweder, weil die Künstler die neuen Techniken gut beherrschen, oder weil es die Weiterentwicklung der neuen Techniken leichter gemacht hat, sie einzusetzen. Der Versöhnung der Ausdrucksmittel entspricht eine politische und ideologische Kehrtwende... Offenbar geht es, in der Kunst wie anderswo, nicht mehr darum, die Welt zu verändern, sondern sie so zu sehen, wie sie ist. Es geht darum, die Welt zu interpretieren - manchmal mit einem Anflug von Revolte oder von Panik, oft aber sogar mit Melancholie. Die Kunst ist vollkommen konsensfähig geworden, sie hat aufgehört, aggressiv zu sein."
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