Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Freitag, 29. Juni 2007
Thomas Wagner über die Zukunft des Museums
Das Museum ist die "Herzkammer" der zeitgenössischen Kunst, meint Thomas Wagner, der die drei großen Ausstellungen dieses Sommers, die Biennale in Venedig, die documenta 12 in Kassel und die "Skulptur Projekte" in Münster besucht hat. "Das Museum ist der Ort, der viele Zeiten einsammelt, an dem Unterschiede sichtbar werden, sich Verbindungen über Jahrhunderte hinweg ergeben und die Dinge zur Ruhe kommen, weil sie dem Markt langfristig entzogen sind. Natürlich umgreift die Institution des Kunstmuseums nicht alles; und gerade die Schausammlungen stecken selbst in der Krise. Gleichwohl scheint eine zeitgenössische Kunst, der es zwar an historischer Dimension, nicht aber an Zustimmung mangelt, insgeheim nach einem Maßstab zu verlangen, der sich allein aus der Gegenwart nicht gewinnen lässt. Auch der Markt braucht das Überzeitliche, um sortieren zu können."
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