Polityka - Polen | Mittwoch, 4. Juli 2007
Artur Zmijewskis Documenta-Beitrag als Lehrstück über Intoleranz
"Würde die Documenta in Kassel Preise verleihen, Zmijewski wäre mein Favorit", schreibt Piotr Sarzynski über den polnischen Künstler Artur Zmijewski und dessen 15-minütiges Video "Oni" (Sie). Vier höchst unterschiedliche Gruppen waren an dem Werkstattprojekt beteiligt: Hörerinnen des ultrarechten Radio Maryja, Mitglieder der rechtsextremen Allpolnischen Jugend, Angehörige einer linken Organisation und eine Gruppe junger polnischer Juden. Sarzynski beschreibt das Projekt: "Jede Gruppe bereitet eine Arbeit vor, die ihre ideologische Orientierung zum Ausdruck bringen soll. Die älteren Damen malen eine Kirche, die Mitglieder der Allpolnischen Jugend das Schwert der polnischen Könige mit der Nationalfahne, die Juden eine Karte mit der Aufschrift 'Polen' auf Hebräisch, die Linken den Spruch 'Freiheit'... Die anfängliche Toleranz weicht zunehmender Aggression. Die Teilnehmer zerschneiden sich gegenseitig die T-Shirts und zünden schließlich die 'feindlichen Arbeiten' an... Die letzte Szene zeigt nach dem Treffen ein Bild der Zerstörung. Eine ausgesprochen suggestive Arbeit."
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